Was ist IP-Telefonie? Alles, was Sie 2022 zu VoIP wissen müssen

Die IP-Umstellung ist in aller Munde – kein Wunder, soll sie doch im Jahr 2022 endgültig abgeschlossen werden. Sie haben sich mit dem Thema noch nicht beschäftigt und Ihr Unternehmen arbeitet derzeit noch mit ISDN- oder analoger Telefonanlage? Dann wird es jetzt allerhöchste Zeit, sich über IP-Telefonie und die Möglichkeiten der Umstellung in Ihrem Unternehmen zu informieren. Dafür möchten wir Ihnen mit diesem Ratgeber einen umfassenden Überblick zum Thema Voice over IP (VoIP)-Telefonie geben:

Was ist IP-Telefonie/VoIP? Definition

IP-Telefonie bezeichnet das Telefonieren über den Internetanschluss. Die Übertragung und Vermittlung der Sprachdaten erfolgt mittels VoIP (Voice over Internet Protokoll) über ein IP-Netzwerk. Die Internettelefonie löst die klassische Telefonie über ISDN ab.

Wie funktioniert Voice over IP?

Bei Voice over IP handelt es sich wie oben erklärt um die Telefonie über das Internet. Daher wird das Telefon nicht mehr, wie beim ISDN- oder Analoganschluss üblich, an eine TAE-Buchse (TAE= Telekommunikations-Anschluss-Einheit), an die ISDN Box oder einen Splitter (teilt eine einzelne Amtsleitung für gleichzeitige ISDN-Telefonie und DSL-Breitband-Internetznutzung auf) angeschlossen. Stattdessen wird das Telefon mit dem DSL-Router verbunden, alternativ ist auch die Verbindung mit einem VoIP-fähigen Modem möglich.

Wie bei der herkömmlichen Telefonie teilt sich das Telefongespräch hierbei in die drei grundsätzlichen Vorgänge ein:

Verbindungsaufbau

Gesprächsübertragung

Verbindungsabbau

Gesprächsauf- und abbau mit VoIP

Für den Verbindungsauf- und abbau bei IP-Telefonie kommt das Session-Initiation-Protocol (SIP) zum Einsatz. Jede*r Gesprächsteilnehmende hat eine SIP-Adresse, die mit dem Aufbau einer E-Mail-Adresse vergleichbar ist (Beispiel: sip:mmustermann@beispielfirma.de). Diese SIP-Adresse enthält den Usernamen sowie die Domain des Registrar-Servers.

Bei diesem Registrar-Server müssen die Gesprächsteilnehmenden sich mit ihrer IP-Adresse, ihrem Usernamen und einem Passwort anmelden, denn für den Verbindungsaufbau ist es notwendig, dass die Endgeräte von Anrufer und Empfänger sich kennen. Voraussetzung für diese Anmeldung sind nur ein beliebiges Endgerät und eine Internetverbindung – das macht die IP-Telefonie so ortsunabhängig.

Soll das Gespräch beendet werden, übermittelt das Endgerät von Person A diese Information an seinen Server, der wiederum den Server des Endgeräts B über den Verbindungsabbau informiert und damit das Gespräch beendet.

Gesprächsübertragung bei VoIP-Telefonie

Wie auch bereits bei der ISDN-Telefonie wird zuallererst das analoge akustische Signal beim Telefonieren über VoIP für die Übertragung digitalisiert. Im Unterschied zur klassischen Telefonie werden bei VoIP jedoch keine direkten Leitungen mehr durchgeschaltet, sondern das Gesprochene wird in Datenpakete umgewandelt und digital in einem IP-Netzwerk über das Internet transportiert. Das erfolgt sowohl lokal (LAN) als auch im Weitverkehrsnetzwerk (WAN) oder über das öffentliche Internet.

Beim empfangenden Endgerät angekommen, müssen die Datenpakete wieder entschlüsselt (decodiert) werden, damit eine für den Empfänger verständliche Sprache herauskommt.

Die Übertragungsqualität ist dabei vom verwendeten Codec abhängig: dem Algorithmus, der die Daten und Signale digital kodiert und dekodiert. Standard ist wie schon bei ISDN der Codec G.711. Eine verbesserte Sprachqualität ermöglicht der Codec G.722, hierüber sind sogar Telefonate in HD-Qualität möglich.

Was ist der Unterschied zwischen VoIP und ISDN?

Einer der technischen Unterschiede zwischen IP- und ISDN-Telefonie ist die flexible Skalierbarkeit bei der Bereitstellung von Sprachkanälen. Zudem sind die öffentlichen Rufnummern bei VoIP gegenüber ISDN ortsunabhängig. Somit kann ein standortübergreifender zentralisierter Zugang zum öffentlichen Telefonnetz (PSTN) genutzt werden.

Statt des ISDN-Protokolls wird bei der Übertragung über VoIP ein IP-basiertes Protokoll verwendet. Das SIP-Protokoll hat sich als gängiger Standard bei der VoIP-Übertragung in öffentlichen Netzen durchgesetzt. Im TK-Umfeld werden neben dem Session Initiation Protocol häufig auch herstellerspezifische Protokolle eingesetzt.

Merken Sie einen Unterschied beim Telefonieren?

Als Nutzer merken Sie keinerlei Unterschiede zwischen ISDN und VoIP beim Telefonieren, weder beim Verbindungsaufbau noch in der Sprachqualität. Die IP-Telefonie ist allerdings deutlich flexibler und ermöglicht Ihnen Telefonate völlig unabhängig von Einsatzort und Endgerät.

ISDN-Abschaltung und All-IP-Umstellung

Die Umstellung auf IP-Telefonie ist unausweichlich – auch für Sie. Das liegt darin begründet, dass die Telekommunikationsanbieter in Deutschland das ISDN-Netz schrittweise abschalten und alle Anschlüsse auf VoIP umstellen.

Wann erfolgt die IP-Umstellung?

Die Umstellung von ISDN auf IP ist abhängig vom Netzausbau der Provider. Die Deutsche Telekom hat die IP-Umstellung inzwischen sogar bereits abgeschlossen, im Jahr 2020 erfolgte auch die finale Umstellung für alle Geschäftskunden. Auch wenn andere Anbieter zum Teil eine etwas längere Übergangszeit für die IP-Umstellung gewähren, sollen spätestens 2022 alle ISDN-Anschlüsse auf IP umgestellt werden. Sollte Ihr Unternehmen sich noch nicht mit Alternativen zur klassischen ISDN-Telefonie beschäftigt haben, wird es jetzt also höchste Zeit.

Wie erfolgt die IP-Umstellung?

Die IP-Umstellung erfolgt providerseitig mittels SIP-Trunking. Was genau das ist und wie es funktioniert, erfahren Sie weiter unten in diesem Beitrag: Hier geht’s direkt zum SIP-Trunking-Abschnitt >>

Warum wird auf IP umgestellt?

Voice over IP ist der zukünftige Standard der Telefonie, an ihr führt kein Weg mehr vorbei. Im Vergleich zum ISDN-Netz können mittels VoIP alle Dienste über ein Netz empfangen werden – Telefonie, Mobilfunk, Fax oder TV beispielsweise. Wenn ein Netz alles abdecken kann, sind zwei getrennte Netze nicht mehr nötig: Die TK-Netze der Provider werden daher jetzt auf IP umgestellt, damit nicht mehrere Technologien nebeneinander existieren und dazwischen Wandler (Gateways) genutzt werden müssen, um die IP-Telefonie in das ISDN-Netz zu übertragen und andersherum.

Das IP-Netz ist nicht nur leistungsfähiger, sondern spart auch Kosten und Energie, weil durch ein Netz alle Dienste abgedeckt werden.

Voraussetzungen für IP-Telefonie

Für die Nutzung von VoIP müssen Sie folgende technische Voraussetzungen schaffen:

  • Stabile Internetverbindung mit ausreichender Bandbreite
  • VoIP-Anbieter
  • geeignete Hardware (VoIP-fähige Endgeräte)
  • geeigneter Softwarestand der TK-Anlage (VoIP-Fähigkeit)

Interne vs. externe Kommunikation

Es sollte zwischen Voraussetzungen für die Kommunikation nach außen (in Richtung öffentliches Telefonnetz) und die interne Kommunikation (im Unternehmensnetzwerk) unterschieden werden. Als Schnittstelle zwischen dem Unternehmensnetzwerk und dem öffentlichen IP-Telefonnetz dient dabei der Netzabschluss des Providers und die Telefonanlage. Aus Gründen der sicheren Netztrennung sollte zwischen dem Netzabschluss des Providers und der Telefonanlage ein SBC (Session Border Controller) verwendet werden, wenn eine direkte Kopplung auf Basis des IP-Protokolls erfolgt.

Internetverbindung

Für die Kommunikation mittels VoIP ist ein Internet-Zugang mit hinreichender Bandbreite notwendig. Pro Gespräch können Sie grob mit einer Bandbreite von ca. 100 kbit/s rechnen. Dabei ist insbesondere auf die Limitierung der Uploadgeschwindigkeit bei asymmetrischen (z. B. DSL-Verbindungen) zu achten.

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VoIP-Anbieter

Worauf sollten Sie bei der Wahl eines VoIP-Anbieters achten?

  • Kosten: Stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis? Welche Preismodelle werden angeboten?
  • Funktionsumfang: Deckt das Angebot des Anbieters Ihre Bedürfnisse und Anforderungen an die Funktionen ab?
  • Datenschutz: Vor allem bei Cloud-Telefonie unerlässlich: Arbeitet der Anbieter DSGVO-konform?
  • Ausfallsicherheit: Gewährleistet der Anbieter eine hohe Verfügbarkeit durch Redundanz?
  • Skalierbarkeit & Flexibilität: Können die Umfänge flexibel gehandhabt werden, um sich an Ihre wechselnden Bedürfnisse anzupassen? Wie flexibel sind Vertragslaufzeiten & Co.?

Geeignete Endgeräte

Generell ist die IP-Telefonie mit hard- und softwarebasierten Endgeräten möglich.

Hardwarebasiert sind typische IP-Tischgeräte sowie DECT-Geräte, die über einen IP-basierten DECT-Sender mit dem VoIP-System kommunizieren. Softwarebasiert ist ein Softphone auf dem PC oder eine Mobility-Lösung auf dem Smartphone. Die möglichen Endgeräte wollen wir Ihnen nun genauer erläutern.

Was ist DECT?

DECT steht für „Digital Enhanced Cordless Telecommunications“ = verbesserte digitale Schnurlos-Kommunikation. DECT bezeichnet dabei den Funkstandard, der die Telefonie über schnurlose Telefone ermöglicht.

IP-Telefonie softwarebasiert über den PC: Softphone

Mit einer speziellen Software, dem sogenannten Softphone, können Sie mittels VoIP über den Computer mit Ihrer normalen Festnetznummer telefonieren. Dafür benötigt Ihr PC einen Internetanschluss, ein Mikrofon und einen Lautsprecher – diese Ausstattung gehört ja aber inzwischen sowieso zum Standard.

Die vollumfängliche Nutzung einer softwarebasierten Lösung ist allerdings abhängig vom jeweiligen Arbeitsumfeld des Anwenders. Bei dem Betrieb des Softphones müssen Sie beachten, dass der*die Teilnehmer*in nur erreichbar ist, wenn die Funktionalität des PCs gegeben ist. Außerdem ist eine Priorisierung der Sprachdaten im Netzwerk bei Hardware-Endgeräten einfacher zu ermöglichen als bei einem softwaregebundenen Endgerät.

Vor- und Nachteile von Softphones

Vorteile

  • Ortsunabhängigkeit
  • Einsparung von Kosten: keine Investitionen in Hardware
  • erweiterter integrierter Funktionsumfang, bspw. Click to Call, Video, Screensharing, Chat

Nachteile

  • eingeschränkte Erreichbarkeit
  • erschwerte Priorisierung von Sprachdaten
  • Abhängigkeit von Funktionalität des PCs

Eine störungsfreie Echtzeit-Kommunikation kann nur sichergestellt werden, wenn die Priorisierung von Sprachdaten gewährleistet ist.

VoIP mit IP-Telefon

Ein IP-Telefon unterscheidet sich in der Nutzung und dem Aussehen nicht vom herkömmlichen analogen Telefon. VoIP-Telefone sind damit für viele Nutzer*innen die intuitivste Lösung für die IP-Telefonie. Die Anbindung des IP-Endgeräts an das TK-System erfolgt über das LAN. Statt eines Ports auf der analogen TK-Anlage wird daher für den Anschluss ein LAN-Port am Router benötigt.

Viele IP-Endgeräte ermöglichen den Anschluss eines PCs/Notebooks. Diese Geräte haben einen integrierten Switch, sodass ein Arbeitsplatz über einen Netzwerkport bedient werden kann. Hierbei sind neben den technischen Eigenschaften des IP-Telefons auch die notwendigen Rahmenbedingungen (z. B. Priorisierung) im LAN zu beachten. Die Kosten für IP-Geräte und analoge Geräte sind derzeit etwa vergleichbar.

Vor- und Nachteile von IP-Telefonen

Vorteile

  • intuitive Bedienung des Telefons
  • garantiert saubere Sprachübermittlung und Klangqualität
  • je nach Modell größerer Funktionsumfang als klassische Telefone
  • einfache Konfiguration, z.B. durch Autoprovisionierung (automatische Konfiguration)
  • höhere Flexibilität am Arbeitsplatz, macht z.B. Desksharing einfacher

Nachteile

  • Anschaffung von neuer Hardware nötig
  • unterliegt den erhöhten Sicherheitsanforderungen in IP-Netzen
  • kein Hausnotrufsystem bei regionalem Stromausfall

Mobile VoIP: IP-Telefonie über das Smartphone

Smartphones können Sie ähnlich dem PC ganz einfach als Endgerät für die IP-Telefonie nutzen, indem Sie eine Softphone-App auf dem Handy einrichten. Je nach Hersteller ist auf diese Weise der parallele Betrieb eines Mobiltelefons neben dem Tischtelefon möglich. Das Smartphone wird von der Telefonanlage als interner Teilnehmer erkannt und wird so zu einer Nebenstelle im System.

Dabei müssen Sie beachten, ob die notwendigen Smartphone-Betriebssysteme von der App unterstützt werden (z. B. Android, iOS). Die Anbindung des Smartphones kann variabel über das Mobilfunk-Netz oder über eine vorhandene WLAN-Struktur erfolgen.

Vor- und Nachteile von Mobile VoIP

Vorteile

  • ortsunabhängige flexible Nutzung
  • gute mobile Erreichbarkeit
  • One Number Concept: Übermittlung der geschäftlichen Rufnummer
  • Kosteneinsparung: ggf. günstigere Alternative zu DECT, geringere Kosten in Mobilfunkverträgen

Nachteile

  • gute mobile Internetverbindung muss gegeben sein, sonst Verminderung der Sprachqualität
  • ggf. Probleme mit der Akku-Laufzeit des Geräts durch Softphone-Nutzung

VoIP über ein analoges oder ISDN-Telefon

Analoge Teilnehmer können mittels IP-analog-Wandler eingebunden werden. Dadurch können analoge DECT-Geräte, analoge Faxgeräte, Türsprechstellen und weitere analoge Geräte im IP-TK-System eingebunden werden.

Sie sollten allerdings vorab prüfen, ob Ihre analogen Geräte überhaupt an einem IP-Wandler betrieben werden können, denn das ist nicht immer der Fall.

Vor- und Nachteile bei der Nutzung von IP-analog-Wandlern

Vorteile

  • Weiterverwendung der vorhandenen analogen Endgeräte (nur Wandler notwendig)

Nachteile

  • häufig kein voller Funktionsumfang möglich
  • Fehleranfälligkeit durch Wandlung der Protokolle

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VoIP-Umstellung: Wie können Sie Ihr Unternehmen auf IP-Telefonie umstellen?

Für die Umstellung von ISDN- auf IP-Telefonie können Sie zwischen zwei Möglichkeiten wählen: Entweder Sie nutzen Ihre vorhandene analoge oder ISDN-Telefonanlage und rüsten diese für IP-Telefonie auf oder Sie stellen auf eine Cloud-Telefonanlage um, die Ihnen sämtliche Funktionen der IP-Telefonie aus der Cloud zur Verfügung stellt. Bei beidem kommt das sogenannte SIP-Trunking zum Einsatz.

IP-Umstellung mittels SIP-Trunking

Ein SIP-Trunk bezeichnet einen Telefonanlagenanschluss, der die Gesprächsdaten aus einer lokalen TK-Anlage bündelt (deshalb „Trunk“) und über das Session Initiation Protocol (SIP) an das Internet weiterleitet.

Mithilfe eines solchen SIP-Trunks verbinden die Provider einen oder mehrere Sprachkanäle mit der Telefonanlage ihrer Kunden, die Anzahl der Kanäle ist dabei abhängig von der Bandbreite der IP-Verbindung. Der SIP-Anschluss an die TK-Anlage erfolgt über das Internet. Hierfür muss die Telefonanlage den SIP-Standard unterstützen.

In vielen Fällen muss die Telefonanlage lediglich auf einen aktuellen Softwarestand gebracht werden, um die IP-Fähigkeit sicherzustellen, da viele Telefonanlagen grundsätzlich für IP-Telefonie geeignet sind. Häufig müssen außerdem entsprechende IP-Sprachkanäle in der TK-Anlage lizensiert werden. Ggf. ist auch eine Hardware-Anpassung notwendig. Nur in seltenen Fällen ist der Austausch der gesamten TK-Anlage notwendig.

Für mehr Infos geht’s hier zum umfangreichen VoIP-Telefonanlagen-Ratgeber >>

Vor- und Nachteile von SIP-Trunking

Vorteile

  • zukunftssichere Technologie
  • bestehende Internetanschlüsse sind nutzbar
  • hohe Skalierbarkeit und Flexibilität bei benötigten Sprachkanälen
  • Zusatzfunktionen möglich (E-Fax, Telefonkonferenzen etc.)

Nachteile

  • Anpassungen an der TK-Anlage bei Bedarf nötig
  • Qualität ist abhängig von der zur Verfügung stehenden Internet-Bandbreite

Sonderform der IP-Umstellung: IP-Amtskopplung mittels ISDN-IP-Wandler

Mit einem sogenannten ISDN-IP-Wandler können Sie Ihre bestehende ISDN-Telefonanlage mittels IP-Amtskopplung anbinden und dann mit Ihrer stationären TK-Anlage über VoIP telefonieren.

Bei dieser Lösung sollten Sie jedoch beachten, dass mittelfristig die notwendigen Komponenten seitens der Hersteller nicht mehr verfügbar sein werden und im Störungsfall die Gefahr besteht, dass keine Ersatzteile bereitstehen. Zudem kann es bei der Protokollwandlung von ISDN zu SIP zu Übertragungsproblemen bei der Übermittlung von Faxen kommen. Eine Fernwartung des Systems ist unter Umständen nicht mehr gewährleistet und der Support kann dann ggf. nur vor Ort stattfinden. Der Einsatz von ISDN-Wandlern als spezieller Unterform des SIP-Trunkings sollte daher nur als Übergangslösung dienen.

Was passiert mit den Endgeräten bei der IP-Umstellung?

Bleibt das TK-System bestehen, können im Allgemeinen die Endgeräte wie bisher weiterbetrieben werden. Ein Wechsel auf IP-Telefone ist nicht zwingend notwendig. Häufig ist das aufgrund der Gebäudeverkabelung auch gar nicht so einfach möglich. Ähnlich wie bei den ISDN-Komponenten in den TK-Systemen, wird allerdings auch die Hardware für Systemendgeräte mittelfristig nicht mehr verfügbar sein.

Die Verwendung von analogen Geräten ist Stand heute noch alltäglich. So werden fast sämtliche Faxgeräte an analogen Schnittstellen betrieben. Hinzu kommen häufig noch analoge DECT-Telefone, die weiterhin verwendet werden. Möglich sind auch hybride Telefonanlagen: An vielen TK-Systemen können neben TDM- auch IP-basierte Endgeräte betrieben werden. Hier sind diverse Lösungsvarianten möglich – Sie sollten sich von Ihrem IP-Anbieter individuell beraten lassen, welche Lösung für Sie am ehesten in Frage kommt.

IP-Telefonie-Lösungen nach Maß

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IP-Telefonie mit Cloud-Telefonanlage

Wenn Sie Ihre lokal installierte Telefonanlage nicht mittels SIP-Trunk auf IP umstellen und die Anlage zukünftig grundsätzlich nicht mehr nutzen wollen, bietet sich Ihnen mit einer Telefonanlage aus der Cloud eine weitere Möglichkeit, die Telefonie in Ihrem Unternehmen umzustellen. Mit Cloud-Telefonie können Sie alle Funktionen von IP-Telefonie nutzen, ohne eine Anlage vor Ort in Ihrer Firma zu benötigen. Die Telefonanlagen-Funktionen werden Ihnen über das Internet aus dem Rechenzentrum Ihres Cloud-Telefonie-Providers zur Verfügung gestellt. Telefonieren können Sie mit jedem beliebigem Endgerät – vom Smartphone über den PC bis hin zum IP-Telefon.

Vor- und Nachteile von Cloud-Telefonie

Vorteile

  • Kostenersparnis
  • Flexibilität & Skalierbarkeit
  • Standortunabhängigkeit
  • schnelle und einfache Einrichtung des Systems
  • hohe Ausfallsicherheit bei hochsicheren Rechenzentren

Nachteile

  • Mindestbandbreite muss verfügbar sein
  • Abhängigkeit vom Cloud-Anbieter

Alle Vor- und Nachteile sowie ausführliche Informationen zu den Funktionen von Cloud-Telefonanlagen finden Sie in unserem großen Cloud-Telefonie-Ratgeber >>

Ist eine Rufnummernmitnahme bei der IP-Umstellung möglich?

Bei der Umstellung der unternehmenseigenen TK-Anlage auf VoIP müssen Sie sich um die Rufnummernmitnahme keine Gedanken machen – es sei denn, Sie wechseln damit auch den Provider, wie es zum Beispiel bei der Cloud-Telefonie der Fall sein kann. Hier müssen Sie mit Ihrem bisherigen und dem zukünftigen Anbieter klären, ob und wie eine Rufnummernmitnahme möglich ist. Für gewöhnlich ist eine Rufnummernmitnahme aber unproblematisch, Sie sollten jedoch dafür die Vertragslaufzeiten bei Ihrem bisherigen Provider beachten, da diese ggf. zu Verzögerungen bei der Rufnummernmitnahme führen können.

Vor- und Nachteile der IP-Telefonie

Vorteile

  • einfache Einrichtung und Bedienung
  • Ortsunabhängigkeit
  • höhere Flexibilität und Skalierbarkeit
  • zusätzliche Features für bessere Kommunikation (z.B. Videokonferenzen, Screensharing)
  • einfache Integration weiterer Systeme (bspw. CRM-System)

Nachteile

  • Abhängigkeit von Internetverbindung
  • ggf. Ersatz der bisherigen Anlage notwendig (wenn nicht IP-fähig)
  • Stromausfall führt zu Ausfall der VoIP-Telefonanlage
  • Notwendigkeit sicherer Passwörter
  • ggf. Probleme mit ans Telefonnetz angeschlossenen Geräten

Vorteile der IP-Telefonie

Einfache Einrichtung und Bedienung

Für den Anschluss einer IP-Telefonanlage brauchen Sie nur einen Router, der direkt an der Telefondose angeschlossen wird. Die Einrichtung übernimmt allerdings häufig sowieso der VoIP-Anbieter, ebenso wie die Wartung, die also für Ihr internes Personal gänzlich entfällt. Ihr IP-Provider ist dafür zuständig, die Telefonanlage auf dem aktuellen Sicherheitsstandard zu halten und Updates durchzuführen.

Die Konfiguration und Bedienung ist für Sie ebenso einfach: Einstellungen für Ihr Telefon können Sie zumeist über eine Webanwendung einfach im Browser vornehmen, auch neue Nutzer*innen lassen sich häufig über eine solche Weboberfläche anlegen. Telefonieren können Sie, wie oben ausführlich beschrieben, wie gewohnt über ein Telefon oder einfach über Ihren PC mittels Softphone-App.

Ortsunabhängigkeit

Mit Voice over IP telefonieren Sie zu ein- und demselben Preis mit gleichbleibender Sprachqualität von der ganzen Welt aus. Die einzige Voraussetzung dafür ist eine stabile Internetverbindung. Das Endgerät spielt keine Rolle mehr: So können Sie von Ihrem Telefon im Büro aus genauso gut telefonieren wie mit dem Smartphone von unterwegs oder am Notebook im Homeoffice – und das alles mit derselben Rufnummer.

Höhere Flexibilität und Skalierbarkeit

Bei einer klassischen Telefonanlage werden die Telefone direkt an die Anlage angeschlossen, deswegen werden entsprechend viele Ports an der Anlage benötigt. Diese Ports wiederum sind allerdings allein schon durch die Bauform der TK-Anlage begrenzt. Eine IP-Anlage ist hier deutlich flexibler, da der Anschluss der Endgeräte am LAN erfolgt. Für die Ausstattung eines Arbeitsplatzes wird für den Computer sowieso ein LAN-Port benötigt, über den dann direkt das Telefon mitbetrieben werden kann. Damit sind Sie also nicht mehr abhängig von der grundlegenden Bauform Ihrer TK-Anlage und können entsprechend flexibler skalieren.

Zusätzliche Features für bessere Kommunikation

Eine IP-Telefonanlage bietet Ihnen deutlich mehr Funktionen als eine ISDN- oder analoge Telefonanlage: Nehmen Sie nicht nur an Telefon-, sondern auch an Videokonferenzen teil und nutzen Sie Screen- und Filesharing für eine effizientere Kommunikation und Zusammenarbeit, intern wie extern. Und mit der Integration weiterer Systeme oder Applikationen lässt sich diese neue Form der Zusammenarbeit auf immer höhere Level heben.

Einfache Integration weiterer Systeme

Über eine Schnittstellenintegration können Sie weitere Systeme oder Applikationen in Ihre IP-Telefonanlage einbinden. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Integration Ihres CRM-Systems? Rufen Sie Ihre Kunden direkt aus dem CRM-System heraus an und haben Sie bei jedem Telefonat direkt alle wichtigen Informationen zu Ihren Kunden direkt auf einen Blick bereit – Sie und Ihre Kunden werden davon profitieren.

VoIP-Telefonie mit BREKOM

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Nachteile bzw. mögliche Probleme mit IP-Telefonie

Abhängigkeit von der Internetverbindung

Da es sich bei der IP-Telefonie um die Telefonie über das Internet handelt, ist dieser Nachteil selbsterklärend: Besteht keine Internetverbindung, können Sie nicht telefonieren. Auch die Sprachqualität Ihrer Telefongespräche hängt von der Internetverbindung ab. Sie können mit IP-Telefonie eine hervorragende Sprachqualität erzielen. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine ausreichende Bandbreite für die Sprachkanäle. Ist Ihre Internetverbindung instabil, kann es zu Verbindungsproblemen, Aussetzern oder gar Gesprächsabbrüchen kommen.

Um das zu vermeiden, sollten Sie die Priorisierung der Sprachdaten im Router vornehmen, „Quality of Service“ genannt. So werden die VoIP-Daten stets priorisiert behandelt, wohingegen andere Anwendungen wie zum Beispiel Downloads gedrosselt werden, wenn keine ausreichende Bandbreite zur Verfügung steht.

Möglicherweise Ersatz der bisherigen Anlage notwendig

Um mit Ihrer bestehenden Telefonanlage IP-Telefonie nutzen zu können, müssen Sie die Voraussetzungen dafür in der Anlage schaffen. Ist Ihre Anlage jedoch nicht IP-fähig, empfiehlt es sich, langfristig auf eine neue Telefonanlage oder eine Cloud-Telefonanlage zu setzen, um die Zukunftsfähigkeit Ihrer Anlage zu sichern. Bei der Cloud-Telefonanlage sparen Sie sich dann trotzdem die Investition in neue Hardware, da Sie diese einfach virtuell „mieten“ können.

Stromausfall führt zu Ausfall der VoIP-Telefonanlage

Wie Sie bereits wissen, läuft die IP-Telefonie über den Router, der auf Stromversorgung angewiesen ist. Fällt der Strom aus, fällt also auch Ihre IP-Telefonanlage aus. Auch wenn Stromausfälle in Deutschland äußerst selten sind, sollten Sie für den Fall der Fälle mit einer unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) vorsorgen. Eine Cloud-Telefonanlage birgt hier wieder einen Vorteil: Diese können Sie trotz Stromausfall über Ihre mobilen Daten auf dem Smartphone weiterhin nutzen.

Notwendigkeit sicherer Passwörter

Ihr Benutzerkonto für die IP-Telefonanlage sollten Sie und Ihre Mitarbeiter*innen immer mit einem sicheren Passwort versehen, um sich vor Hackerangriffen zu schützen – schließlich findet die IP-Telefonie via Internet statt und ist damit Cyberangriffen genauso ausgesetzt wie andere Online-Anwendungen. Hier können Sie sich informieren, wie ein sicheres Passwort aussieht >>

Probleme mit ans Telefonnetz angeschlossenen Geräten möglich

Manche am Telefonnetz hängende Geräte, klassischerweise zum Beispiel Fax- oder Notrufgeräte, sind auf bestimmte ISDN-Funktionen oder eine bitgenaue Übertragung angewiesen. Bei der IP-Telefonie werden die Daten aber zum Teil komprimiert, sodass es bei den genannten Geräten zu Schwierigkeiten in der Übertragung kommen kann. Lassen Sie sich daher vom Hersteller der Geräte vor der IP-Umstellung beraten, um mögliche Probleme von vornherein mitbetrachten zu können bei der Umstellung mit Ihrem VoIP-Anbieter.

Fazit: VoIP ist die Zukunft der Telefonie – kümmern Sie sich jetzt um die Umstellung in Ihrem Unternehmen!

Noch schrecken viele Unternehmen vor dem Schritt in die IP-Telefonie zurück. Doch spätestens im Jahr 2022 müssen Sie sich mit der IP-Umstellung in Ihrem Unternehmen auseinandersetzen, da in diesem Jahr ISDN in Deutschland vollständig abgeschaltet werden soll.

„Es führt kein Weg mehr an der IP-Telefonie vorbei.“

Lassen Sie sich von einem Experten zu den Möglichkeiten der IP-Umstellung beraten, die Ihnen mit Ihrer bestehenden TK-Anlage zur Verfügung stehen. Häufig kann ein vorhandenes System nach entsprechender Vorbereitung auch nach der VoIP-Umstellung des Providers weiterhin genutzt werden. Ist das nicht der Fall, kann eine Cloud-Telefonanlage die kostengünstige Alternative sein, die mit nur wenig Aufwand schnell und flexibel eingerichtet werden kann.

Beratung vom TK-Experten: IP-Telefonie mit BREKOM

Ob Umrüstung Ihrer bestehenden Telefonanlage oder Einrichtung einer Cloud-Telefonanlage – lassen Sie sich persönlich und individuell beraten. Wir finden gemeinsam die passende Lösung.

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